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Schirrhof: Industriegeschichte wird zum Festivalgelände
Der Schirrhof in Kamp-Lintfort ist weit mehr als nur die Kulisse für das klangrevier festival. Wo früher Pferde, Wagen und Einrichtungen der Zeche Friedrich Heinrich untergebracht waren, ist heute ein besonderer Ort für Kultur, Begegnung und neue Ideen entstanden. Der Beitrag erzählt die Geschichte des Schirrhofs, zeigt seinen Wandel vom Arbeitsort der Industrie zum lebendigen Kulturstandort und erklärt, warum gerade dieser Ort perfekt zum Festival passt.

KlangRevier Team
3 Min. Lesezeit
Ein Ort mit Geschichte
Wer heute auf dem Schirrhof in Kamp-Lintfort ein Festival erlebt, steht auf einem Gelände mit Vergangenheit. Der Ort war ursprünglich kein Platz für Konzerte, sondern Teil des Arbeitsalltags der Zeche Friedrich Heinrich. Genau das macht ihn heute so besonders: Der Schirrhof bringt nicht nur Atmosphäre mit, sondern auch eine Geschichte, die bis in die frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts zurückreicht. Der Schirrhof entstand 1921/22 als Teil des Bergwerks Friedrich Heinrich.
Wofür der Schirrhof früher genutzt wurde
Schon der Name deutet an, worum es hier einmal ging. Der Schirrhof wurde zur Unterbringung von Pferden und Wagen der Zeche gebaut. In den Anfangsjahren waren dort die über Tage eingesetzten Pferde untergebracht, außerdem Pferdekarren und Material, das für den laufenden Betrieb gebraucht wurde. In der offenen Wagenhalle standen früher Kutschen und Karren, daneben befanden sich Stallungen. An der Nordseite lagen zudem die Stallmeisterwohnung und die Grubenfeuerwehr.
Pferde spielten damals im Bergwerksalltag eine wichtige Rolle. Sie halfen beim Transport und waren ein fester Bestandteil der betrieblichen Infrastruktur, lange bevor vieles motorisiert wurde. Alte Dokumente zur Ausleihe und Rückgabe von Pferden zeigen, wie eng der Schirrhof mit dem täglichen Ablauf der Zeche verbunden war. Der Ort war also kein Nebengebäude, sondern ein funktionaler Arbeitsort, an dem organisiert, versorgt und vorbereitet wurde.
Wie sich der Ort verändert hat
Im Laufe der Zeit wurde der Schirrhof immer wieder anders genutzt. Später diente der Bereich unter anderem als übertägige Ausbildungsstätte der Zeche, wie der Lehrstollen noch heute zeigt. Damit erzählt der Ort nicht nur von einem einzigen Kapitel, sondern von mehreren Phasen der Industriegeschichte Kamp-Lintforts. Auch architektonisch ist der Schirrhof besonders: Berichte zur Geschichte des Gebäudes ordnen ihn dem Backsteinexpressionismus zu. Diese klare, markante Formensprache ist bis heute sichtbar und prägt den Charakter des Ensembles.

Vom Arbeitsort zum Kulturort
Mit dem Ende des Bergbaus hat der Schirrhof eine neue Rolle bekommen. Heute ist er Teil des Zechenparks Friedrich Heinrich, also eines Areals, das für den Wandel von Industrie zu Freizeit, Kultur und Begegnung steht. Im ehemaligen Schirrhof befinden sich inzwischen unter anderem eine Kita, Künstlerateliers, Vereinsräume und mit dem „Pferdestall“ ein Veranstaltungsraum für Kunst, Kultur und Begegnung. Der Ort ist also längst kulturell belebt worden und zählt zu den Dritten Orten des Land NRW. Das klangrevier festival knüpft an die Entwicklung an.
Warum der Schirrhof perfekt zum klangrevier festival passt
Genau deshalb passt der Schirrhof so gut als Festivalgelände. Wo früher gearbeitet, versorgt und organisiert wurde, kommen heute Menschen zusammen, um Musik zu erleben. Aus einem Ort des Bergbaus wird ein Ort der Begegnung. Aus einem funktionalen Wirtschaftsgebäude wird ein Gelände für Live-Musik, Austausch und neue kulturelle Impulse.
Für das klangrevier festival ist das ein echter Mehrwert. Denn ein Festival lebt nicht nur vom Line-up, sondern auch vom Ort selbst. Der Schirrhof ist keine austauschbare Veranstaltungsfläche, sondern ein Gelände mit Charakter. Backstein, Industriegeschichte und die besondere Lage im Zechenpark geben dem Festival einen Rahmen, den man nicht künstlich bauen kann. Gleichzeitig steht der Ort wie kaum ein anderer für den Wandel Kamp-Lintforts: von der Bergbaustadt hin zu einem Ort, an dem Geschichte sichtbar bleibt und Neues entsteht.
Ein Festival an einem Ort, der etwas erzählt
Wer also zum klangrevier festival kommt, erlebt nicht nur Musik, sondern auch ein Stück Kamp-Lintfort. Der Schirrhof erzählt von Arbeit, Wandel und neuer Nutzung. Gerade das macht ihn zu einem passenden Festivalgelände: weil hier Vergangenheit und Gegenwart nicht nebeneinanderstehen, sondern zusammenwirken.
Am 12. September 2026 wird der Schirrhof damit nicht einfach nur bespielt, sondern weitererzählt — als Ort, an dem Industriegeschichte sichtbar bleibt und gleichzeitig Raum für junge Kultur entsteht.
Mehr Infos zum Schirrhof gibt es auf der Tourismusseite der Stadt Kamp-Lintfort.
Mehr Infos zum Festival gibt es in unserem FAQ.
Tickets gibt es hier im Vorverkauf.





